Bestattungen Serway

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Deutsche Handwerks Zeitung 23.11.2012

Studium oder doch lieber eine Lehre? Jule Serway entschied sich nach dem Abitur für eine Ausbildung in einem jungen und ungewöhnlichen Beruf: Sie lernte Bestattungsfachkraft. "Mein Traumberuf", sagt die 22-Jährige. Beim diesjährigen Leistungswettbewerb des Handwerks belegte die Dettingerin den ersten Platz auf Kammerebene und Platz zwei im Landesvergleich.

Gelernt hat Serway im elterlichen Betrieb. Vater Uwe hat das Bestattungsunternehmen vor zehn Jahren gegründet. Dieser Hintergrund habe bei ihrer Entscheidung natürlich eine Rolle gespielt, meint die Gesellin. „Das Thema Tod wurde bei uns nie verdrängt, sondern offener als in anderen Familien behandelt.“ Nach mehreren Praktika verwarf sie ihren ursprünglichen Plan, Psychologie zu studieren, und begann ihre Lehre. Zwar ist die Ausbildung nicht zwingend vorgeschrieben, um als Bestatter tätig zu sein, Jule Serway hält sie dennoch für unverzichtbar: „Auch in unserem Beruf kann man nur mit Leistung und Qualität überzeugen.“

Vom Umgang mit einem Tabuthema

Seit 2003 ist Bestattungsfachkraft ein gesetzlich anerkannter Ausbildungsberuf. Rund 170 Auszubildende gibt es deutschlandweit. Auf dem Lehrplan steht das fachgerechte Ausheben eines Grabes ebenso wie die hygienische Versorgung Verstorbener, die Vorbereitung des Sarges oder die Einbettung. Im theoretischen Teil geht es um rechtliche Fragen und betriebswirtschaftliche Grundlagen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Trauerpsychologie.

Serway wünscht sich einen anderen Umgang mit dem häufig verdrängten Thema Tod. An der Uhlandschule initiierte sie im Rahmen des Religionsunterrichts Projekttage für Viertklässler. Aktuell beteiligt sie sich am vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt „30 junge Menschen“. Die Teilnehmer werden in der Kommunikation mit Sterbenden geschult und psychologisch begleitet. Die Gespräche mit den sterbenden Patienten und den Angehörigen werden aufgezeichnet und medial aufbereitet. Für Serway ein wichtiges Engagement: „Ein bewusster und würdevoller Abschied ist letztlich auch eine tröstende Erfahrung.“